MINT-Förderung

In der Schweiz wird ein Mangel an gutqualifizierten Fachpersonen in technischen und naturwissenschaftlichen Sparten beklagt. Es fehlen Experten und Expertinnen in den «MINT-Bereichen» Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Mit dem kantonalen MINT-Projekt wollen die Luzerner Gymnasien dieser Entwicklung entgegenwirken und die MINT-Fächer stärken.

Im August 2014 startete das MINT-Projekt unter Einbindung von MINT-Fachlehrpersonen und Vertretern der kantonalen Fachschaften aller Luzerner Gymnasien. Verschiedene Massnahmen aus drei Teilprojekten sollen auf ein übergeordnetes Ziel hinwirken: Den Anteil der Maturandinnen und Maturanden in den MINT-Studiengängen und den entsprechenden Berufen erhöhen.

 

kantonale MINT_Strartegie - 3 Projekte

MINT-Kultur und Gender (Teilprojekt 1 / TP 1)

Eine MINT-Schulkultur soll auf allen Schulebenen (Unterricht, Schul- und Personalentwicklung) verankert, der Stellenwert der MINT-Fächer angehoben werden. Dabei gilt es, Gymnasiasten und Gymnasiastinnen aller Klassen für ein MINT-Studium zu gewinnen - und zwar solche die über das Potential für das Studium eines MINT-Faches verfügen, sich dieses aber nicht zutrauen oder im Vergleich zu anderen Studienrichtungen aufgrund stereotyper Vorurteile (gender- und fachspezifisch) als unattraktiv einstufen. Die einzelnen Massnahmen von MINT-Kultur und Gender zielen auf die Förderung eines gendersensiblen und praxisorientierten MINT-Unterrichts undauf entsprechende Weiterbildungen und Austauschplattformen für Lehrpersonen. Zudem sollen mehr Informationen puncto Berufsmöglichkeiten und Berufsbildern in den MINT-Bereichen den Lernenden die spätere Studienplanung und Berufsentscheidung erleichtern. Dazu wird die Vernetzung zwischen der Lehr- und Berufswelt unterstützt.


Leitung Teilprojekt:
Shiva Stucki-Sabeti, wiss. Mitarbeiterin Dienststelle Gymnasialbildung
Zu den einzelnen Massnahmen

 

Schulinnovationen (Teilprojekt 2 / TP 2)

Im Schuljahr 2015/16 startete der innovative Lehrgang Life Sciences an der Kantonsschule Sursee. Dieser Lehrgang bietet eine vertiefte Auseinandersetzung mit Natur- und Lebenswissenschaften, Bewegung, Gesundheit, Medizin, Biotechnologie, Animation, Sport und Pädagogik.
Leitung:
Beat Schindler, Prorektor Kantonsschule Sursee

  

Naturwissenschaften und Technik im Untergymnasium (Teilprojekt 3 / TP 3)

Trotz dem relativ grossen Zulauf in der Wahl der Schiene Natur und Technik im Untergymnasium (65–70%) wählen die Jugendlichen ein anderes Schwerpunkt- und Ergänzungsfach für ihre weitere gymnasiale Ausbildung im MAR-Bereich. Im Obergymnasium finden dann noch ca. 28% der Schülerinnen und Schüler den Weg zu den Schwerpunktfächern Biologie/Chemie bzw. zu Physik/angewandte Mathematik. Der Anteil MINT-Wähler von insgesamt 28% ist angesichts der breiten Auswahl an Schwerpunktfächern im Obergymnasium dennoch als positiv zu werten.
Das Projekt konzentriert sich darauf den Lehrplan des Grundlagenfachs Naturlehre und das Profilfach Natur und Technik gründlich zu analysieren, zu überarbeiten und aufeinander sowie auf den nachfolgenden naturwissenschaftlichen Fachunterricht im MAR abzustimmen. An den Kantonsschulen Reussbühl und Willisau sollte ein Pilot mit je einer Zusatzlektion für das Profilfach Natur und Technik starten. Das Teilprojekt ist aktuell aufgrund fehlender Mittel gestoppt.

Leitung Teilprojekt:
Luigi Brovelli, Prorektor Kantonsschule Reussbühl