Demokratie lernen und leben

Wo über ihre Angelegenheiten entschieden wird, haben Menschen ein Recht auf Mitsprache. Mit diesem Grundprinzip als Ausgangslage will das Projekt „Demokratie lernen und leben“ ein Rüstzeug für mündige junge Menschen liefern und dieses durch eine mehrstufige Strategie aufbauen. Als Erstes soll den Lernenden ein solides politisches Basiswissen vermittelt werden. Nur eine breit abgesicherte Demokratie-Grundbildung kann den Weg ebnen zu einer weiter gefassten, ganzheitlichen Demokratie-Erziehung in der Schule.

Das unverzichtbare Aufbauwissen im Bereich „Politik“ ist an der Kantonsschule Reussbühl erprobt, aber noch zu wenig an verbindliche Zeitgefässe gebunden. Das Fach Geschichte benötigt dazu einerseits verbindliche Zeitgefässe, anderseits die interdisziplinäre Kooperation mit Fachbereichen wie Wirtschaft, Deutsch, Geografie, Biologie sowie Religion zwecks einer besseren Koordination der Lerninhalte und Lernformen. Am konkreten Beispiel des „Debattierens“ werden gegenwärtig Pilotklassen interdisziplinär geschult.

Als paralleler Schritt zur politischen Bildung sollen demokratische Verfahren im Schulalltag gestärkt werden. Im schulischen Alltag gibt es eine Vielfalt von miteinander in Kommunikations- und Entscheidungsprozessen stehenden Akteuren. Dies birgt ein grosses Potenzial. Konkret kann an der Schule die Mitsprache durch Einbezug des Schüler/innenrats, der „Pulsgruppe“ und weiterer Gremien der Schulgemeinschaft gefördert werden. Eine zentrale Rolle kommt bei diesen Prozessen der Form der Steuerung zu. Besonders die Schulleitung ist gefordert, entsprechend den schulischen Qualitätsgrundsätzen echte Mitsprache zuzulassen.

Mittel- und langfristig will das Projekt die Lernenden dazu führen, sich mit politisch relevanten Inhalten auseinanderzusetzen. Damit erreichen sie „Demokratie-Tauglichkeit“ und beginnen ihr Denken und Handeln in gesellschaftlichen Fragen bezüglich ihrer politischen Bedeutung zu reflektieren. Dies ist ein Reifeprozess, der sich bestens in die Matura-Ziele einfügt und dem Gymnasium somit gut ansteht.