MINT und Gender 2019

MINT und Gender Weiterbildung für MINT-Lehrpersonen am 12. März 2019

Weiterbildung für Gymnasiallehrpersonen des Kantons Luzern

Dienstag, 12. März 2019. Kantonsschule Alpenquai

Programm 

  • 13:30-13:45 Grussworte 
    Aldo Magno (Leiter Dienststelle Gymnasialbildung) und Mathias Lischer (Wirtschaftsförderung Luzern)
  • 13:45-14:35 Referat I
    Prof. Dr. Elena Makarova, Professorin für Erziehungswissenschaften an der PH FHNW: Frauen und MINT: Determinanten der Berufs- und Studienwahl im schulischen Kontext
    Eine Vielzahl von Berufen und Studienrichtungen, für die sich Jugendliche entscheiden, ist stark nach Geschlecht segregiert: Frauen entscheiden sich beruflich vor allem für das Sozialwesen, die Soziale Arbeit sowie für die Geistes- und Sozialwissenschaften. Männer favorisieren eher Berufe in der Technik, der Informationstechnologie, dem Ingenieurwesen sowie den Naturwissenschaften und Exakten Wissenschaften (MINT). Die Frage, wieso Frauen bei ihrer Berufs- und Studienwahl den MINT- Bereich weitgehend meiden, ist Gegenstand der Analyse des Beitrags. Anhand empirischer Forschung werden Determinanten im schulischen Kontext beleuchtet, die das Interesse junger Frauen an MINT-Fächern und Berufen zu beeinflussen vermögen. Der Beitrag zeigt, welches Image mathematisch-naturwissenschaftliche Schulfächer auf der Sekundarstufe II haben und diskutiert die Rolle von Vorbildern im Berufswahlprozess.
  • 14:35-15:25 Referat II
    Prof. Dr. Peter Labudde, PH FHNW: Gendergerechter MINT-Unterricht: Beispiele aus der Praxis für die Praxis
    «Spurenelemente verändern den Geschmack der Schule» Das gilt nicht nur für die Schule insgesamt, sondern auch für den MINT-Unterricht. Es braucht oft nur wenig, um ihm einen anderen «Geschmack» zu geben, um ihn gendergerechter zu gestalten. Im Vortrag werden konkrete Ideen und Beispiele vorgestellt:
    das Aufnehmen des Vorwissens und der Interessen der Lernenden, eine Balance zwischen Alltagsbezug und Fachsystematik, kommunikative Unterrichtsmethoden, feedback for learning, eine breitere Prüfungskultur, die Stärkung des fachspezifischen Selbstvertrauens. Die Beispiele stammen
    aus dem gymnasialen Unterricht des Vortragenden bzw. von Kolleginnen und Kollegen. Bei diesen Beispielen zum gendergerechten Unterricht sollte eine Einsicht des Physik- und Mathematikdidaktikers Martin Wagenschein nicht vergessen gehen. Er erkannte bereits vor einigen Jahrzehnten – und das gilt auch
    heute noch: «Was für die Mädchen gut ist, ist auch für die Jungen gut – aber nicht umgekehrt.»

  • 15:25-15:50 Pause

  • 15:50-17:15 Arbeitsauftrag: Wie gendergerecht sind meine Unterrichtsmaterialien? Eine kritische Reflexion
    Alle Teilnehmenden bringen ein eigenes Skript oder Lehrmittel (mind. 20 Seiten) mit, das sie anhand einer Checkliste auf Gendergerechtigkeit hin überprüfen. Alle beantworten die Fragen: Wie gendergerecht sind meine Unterlagen? Welchen Handlungsbedarf leite ich daraus für meinen Unterricht ab? Erkenntnisse und Ergebnisse können anschliessend mit Kolleginnen und Kollegen diskutiert werden.

  • 17:15-17:30 Marktstände und Abschluss