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Gymnasialbildung

MINT Frauennetzwerk

Interkantonales Projekt MINT Frauennetzwerk: Sich austauschen, vernetzen und Verbindungen schaffen

Schülerinnen experimentieren beim MINT Frauen Experimentierhalbtag an der Kantonsschule Alpenquai
Schülerinnen der Kantonsschule Alpenquai experimentieren am Experimentierhalbtag des MINT Frauennetzwerks. Foto: Neville Auf der Maur

Mit dem MINT Frauennetzwerk leisten die Kantonsschulen einen Beitrag zur MINT-Frauenförderung. Die Schülerinnen erhalten die Möglichkeit, sich mit anderen Schülerinnen, Studentinnen und Berufsfrauen zu vernetzen und erhalten so Einblick in MINT-Themenfelder, -Studienrichtungen und -Berufe. Über den persönlichen Kontakt kommen die Schülerinnen mit weiblichen Rollenvorbildern in Berührung und lernen Berufe kennen, die in der Öffentlichkeit oftmals wenig sichtbar oder mehrheitlich von Männern besetzt sind. Das MINT Frauennetzwerk hat weiter das Ziel, auf Geschlechtsstereotype und geschlechtsbezogene Vorurteile im Zusammenhang mit der Berufswahl im MINT-Bereich zu sensibilisieren.

Aktuelle Forschungen zeigen, dass stereotypische Rollenvorstellungen nach wie vor prägen und die MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) männlich konnotiert sind. Das MINT Frauennetzwerk möchte Schülerinnen sensibilisieren, ihre Berufswahl gemäss ihren Fähigkeiten und Interessen zu wählen und sich nicht von Rollenbildern leiten zu lassen.

Gabrijela Pejic-Glisic, Mitinitiantin des MINT Frauennetzwerks und das MINT Frauennetzwerk erhielten 2026 den Balmerpreis der Schweizerischen Chemischen Gesellschaft. Mit dem Preis werden herausragende und innovative Leistungen im Chemieunterricht auf der Sekundarstufe II gewürdigt. 

Das MINT Frauennetzwerk wird unterstützt durch das Eidgenössisches Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG).

Was ist ein MINT Frauennetzwerk?

Ein MINT Frauennetzwerk kann aus folgenden Elementen bestehen:

> Experimentierhalbtage: Gymnasiastinnen aus dem Obergymnasium zeigen jüngeren Schülerinnen aus dem Untergymnasium, Sekundar- oder Primarschule ihr in den MINT-Fächern erworbenes Wissen und Können und begeistern sie für die MINT-Themen. (Beispiel Kantonsschule Seetal Experimentiervormittag Peer to Peer

> Informationen zur Berufswahl: Schülerinnen erhalten Informationen zu Studienrichtungen und Berufen im MINT-Bereich. Dies kann bspw. über das Einladen von MINT-Studentinnen in eine Klassenstunde geschehen. Auch online-Formate haben sich in diesem Zusammenhang als lohnend erwiesen. (Beispiel Kanti Baden «Tausch dich aus»)

> Speed-Dating mit Studentinnen und Berufspersonen: Am Speed-Dating treffen sich Schülerinnen, Studentinnen und Berufsfrauen aus dem MINT-Bereich. Die Schülerinnen haben die Möglichkeit, den Studentinnen und Berufsfrauen in kurzen Sequenzen ihre Fragen zu stellen und so mehr über die persönliche Motivation, ihre Faszination für MINT und ihren Werdegang zu erfahren. Der anschliessende Apéro fördert einen ungezwungenen Austausch. (Beispiel Kantonsschulen Sursee, Beromünster und Seetal MINT Speed-Dating)

> Exkursionen/Besuch bei Berufspersonen: Schülerinnen besuchen Berufsfrauen oder Studierende im Berufs- oder Studienalltag. (Exkursionsbericht der Kantonsschule Musegg Luzern)

Warum ein MINT Frauennetzwerk?

Das Projekt erwirkt eine verbesserte Gleichstellung von Frauen und Männern durch:

Anbieten und besprechen von weiblichen Rollenbildern in einem traditionell vor allem Männern zugeschriebenen Berufsfeld. Dies wirkt sich auf die Lernenden, deren Eltern und die Lehrpersonen positiv aus. Sie tragen diese Vorstellungen wiederum in die Gesellschaft.

> Langfristige Veränderung der Wahl des Schwerpunktfachs oder des Studiums. Wahl nach Interesse und Fähigkeiten statt gemäss Rollenbildern.

Stärkung der Schülerinnen in ihrem Selbstbild.

Multiplikatorenrolle der teilnehmenden Personen (Schülerinnen, Studentinnen, Berufsfrauen) in der Gesellschaft.

13 Kantonsschulen aus den Kantonen Luzern, Aargau, Zug und Zürich

Aktuell bieten 13 Kantonsschulen aus den Kantonen Luzern, Aargau, Zug und Zürich Aktivitäten im Rahmen des MINT Frauennetzwerks an. Sie sind im interkantonalen Projekt MINT Frauennetzwerk zusammengeschlossen. Das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann unterstützte das Projekt sowohl von 2019-2023 als nun auch von 2024-2027 mit Finanzhilfen nach dem Gleichstellungsgesetz.

Interessiert, ein MINT Frauennetzwerk aufzubauen?

Weitere Schulen sind herzlich willkommen!
Die Organisationsteams der beteiligten Kantonsschulen treffen sich jährlich zu Austauschtreffen, um die Ergebnisse der verschiedenen Netzwerkelemente zu präsentieren, neue Aktivitäten für weitere Interessierte zugänglich zu machen oder gemeinsame Aktivitäten zu entwickeln. Weitere Schulen aus den Kantonen Luzern, Aargau, Zug und Zürich sind im Netzwerk herzlich willkommen. Die kantonalen Projektleitungen beraten die interessierten Schulen, wenn sie Elemente im Rahmen des «MINT Frauennetzwerks» aufbauen möchten und stellen ihnen die erarbeiteten Instrumente zur Verfügung. Interessierte Schulen können auch an einem Austauschtreffen teilnehmen.

Interessierte Schulen ausserhalb von Luzern, Zug, Aargau und Zürich dürfen sich ebenfalls melden. Gerne beraten wir beim Aufbau eines MINT-Frauennetzwerks in Ihrer Region. 

Logo MINT-Frauennetzwerk Folgeprojekt

Kontakt Projektleitung

Nicole Lampart-Grab, Dienststelle Gymnasialbildung, Gesamtprojektleitung und Projektleitung Luzern

Ina Keilwerth, Departement Bildung, Kultur und Sport, Projektleitung Kanton Aargau

Katharina Baume, Kantonsschule Menzingen, Projektleitung Kanton Zug

Dana Antoniadis, Chemielehrerin MNG Rämibühl, Projektleitung Kanton Zürich